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Die Rheinpfalz,
(26.5.04)
Die Rheinpfalz, Marktplatz Regional
(11.Juni 2003)
Mannheimer Morgen
(31.12.02)
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Die Rheinpfalz,
(26.5.04) Maxdorfer Kinder spielen für Kinder in Not
Die
Generalkonsulin von Kolumbien, Theresita Garcia,
war Ehrengast bei der sechsten Benefizveranstaltung der Straßenkinderhilfe
Kolumbien. Im voll besetzten Albert‑Funk‑Haus gestalteten Maxdorfer Schüler
ein buntes Programm: Unter der Leitung von Gisela Weimann zeigten das
Grundschulorchester, die Theater‑AG der Bürgermeister‑Kraft‑Schule und
Klassen der Haidwaldschule Lieder, Tänze und Singspiele in herrlichen
Kostümen. Begleitet wurden sie von kolumbianischer Musik und Gesang durch
Patricia Rojas‑Schubert. "Unsere Kinder singen und spielen für Kinder in Not
und haben dafür fleißig geprobt", sagte Rektorin Petra Scherschel. Die
Generalkonsulin dankte den Schülern, Lehrern und Eltern für die
Vorbereitung und Organisation dieser hoch willkommenen Hilfe. Mehr als die
Hälfte der kolumbianischen Bevölkerung lebe in ärmlichen Verhältnissen,
worunter besonders die Kinder zu leiden hätten. Wegen des großen Elends
durch den Bürger krieg in Kolumbien sei der vor zehn Jahren gegründete
Maxdorfer Verein "Straßenkinderhilfe" mehr denn je gefordert, betonte
Vorsitzende Irene Roemer. Er habe schon viel bewegen können.
LOS/FOTO: KUNZ |
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Die Rheinpfalz, Marktplatz Regional
(11.Juni 2003)
Nach zehn Stunden Flug kommt
die Armut
MAXDORF: Irene Roemer und ihr Einsatz für Straßenkinder ‑
Vortrag in der Haidwaldschule

"Buenos Dias", sagt Siegfried Striegel und blickt
in die vielen Kindergesichter, die zu ihm hoch schauen. Und nun rätseln. Was hat
der Mann da eben gesagt? Die Maxdorferin Irene Roemer im Hintergrund schmunzelt.
Denn sie weiß genau: Wenn ihr Kompagnon zu reden beginnt, wird es still. Selbst
wenn eine Horde von Grundschülern in einer Turnhalle ist, draußen die Hitze
brütet und es leidlich schwer fällt, sich in eine fremde, unbekannte Welt hinein
zu denken.
Es ist die Welt Südamerikas, genauer: Kolumbiens.
Und Striegel erzählt. Dass man zehn Stunden im Flugzeug sitzen muss, um da
überhaupt hinzukommen. Staunendes "Ooh" unter den Grundschülern. Dass die jungen
und Mädchen dort an den Ampeln an die Autofenster klopfen, weil sie gerne die
Scheiben putzen wollen. Um Geld zu verdienen. Denn sie haben fast nichts. Wohnen
in dreckigen Verschlägen, ohne Betten, manchmal ist nicht mal solch ein
Verschlag da. Viele können nicht zur Schule gehen. Haben oft keine Eltern mehr.
Warum ganz genau das alles so ist in Kolumbien,
das kann in keiner noch so langen Unterrichtsstunde erklärt werden. Klar aber
macht Striegel seinen jungen Zuhörern: Da gibt es noch Kinder, denen es sehr
schlecht geht. Und wir können helfen. Ganz Betulichkeit und ohne Dramatik ohne
bringt dies der Optikermeister den Kindern nahe, auch wenn Kolumbien eine ferne,
vielleicht sogar unheimliche Weit bleibt.
Und vor allem eine gefährliche Welt, wie Irene
Roerner weiß. Die Maxdorferin engagiert sich mit ihrem Verein "Stragen‑Kinderhilfe
Kolumbien" seit nun beinahe Jahren für jüngsten aller Obdachlosen Kolumbiens,
ist auch schon mehrmals nach Südamerika gereist; nächstes Jahr soll es wieder so
weit sein, "dieses Jahr nicht, es ist einfach zu riskant."
Wer hilft, begibt sich automatisch in Gefahr ‑
diese Erfahrung hat sie immer wieder gemacht. Und dennoch: Die Arbeit des
Vereins, der 1994 auf die Initiative eines Maxdorfer Arztes hin gegründet wurde,
trägt Früchte. Das Konzert, das die Kinder der Haidwaldschule vergangene Woche
im Albert‑Funk‑Haus aufgeführt haben, ist ein wichtiges Puzzlestück davon. Denn
Helfen bedeutet immer auch um Geld kämpfen.
Der Verein investiert dieses vor allem in
Bildung. "Das ist die einzige Chance' die Kinder von der Straße zu bekommen und
ihnen eine Zukunft zu geben", weiß Roemer. Da ist zum Beispiel Vivian Juliet
Buitrago. Das elfjährige Mädchen wurde von den Eltern verlassen und lebt seitdem
bei ih rer Patentante. Doch die hat bereits drei eigene Kinder zu versorgen und
ist nicht in der Lage, Vivian den Schulbesuch zu finanzieren. Ohne ein
Stipendium bliebe ihr nur das Leben auf der Straße.
Sie ist nicht die
einzige, für die in diesem Jahr wieder gekämpft wird. Um den komplizierten
Teufelskreis von Armut, Verwahrlosung, Gewalt und Drogenschmuggel zu
verdeutlichen und vor allem die positive Wirkung der Entwicklungsarbeit zu
demonstrieren, wurden den Haidwaldschülern nach dem Vortrag Fotos gezeigt ‑
einerseits von Klassensälen, die in sich zusammen zu stürzen drohen,
Slum‑Wohnungen und schwer kranken Kindern, aber auch von strahlenden Gesichtern
derer, die sich um Siegfried Striegel scharen. Der Applaus der Schüler nach dem
Vortrag kommt freiwillig und hält an. Schließlich gibt es gleich noch etwas zu
lesen ‑ Briefe, die Kolumbiens Kinder geschrieben haben. Und schon ist die ferne
Welt nicht mehr ganz so fremd. Irene Roemer ist hochzufrieden "Die Kinder hier
sind ganz toll, das ist wunderbar organisiert." Doch es gibt noch viel zu tun. (lit)
INFO:
‑ Fünf wichtige Projekte warten darauf, noch in diesem Jahr verwirklicht zu
werden und der Verein ist glücklich über jede noch so kleine Spende.
Bankverbindung: RV Bank Frankenthal, Kontonummer: 1948881, BLZ 545 613
10.
‑ Mehr über den Verein gibt es im
Internet unter strassenkinder‑kolumbien.de
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Mannheimer Morgen
(31.12.02)
Emsige Botschafterin
kolumbianischer Kinder
Irene Roemer ist als Vorsitzende des
Freundeskreises "Strassenkinderhilfe Kolumbien" unermüdlich im Einsatz
Von unserer Mitarbeiterin
Corinna Schmitt
"Señora
Roemer, qué bonita! Wir schließen Sie in unsere Gebete mit ein!" Eigentlich sind
die Schwestern des Marianista-Ordens in Kolumbien nur ihrem Herrn da oben
verpflichtet, aber Irene Roemer haben sie trotzdem schon fast zur Heiligen
erhoben. Als Vorsitzende des Vereins "Straßenkinderhilfe Kolumbien" ist sie im
Dauereinsatz. Ihr persönlicher Anspruch: den jungen Menschen eine Zukunft zu
ermöglichen und ihnen damit Hoffnung zu geben.
Irene Roemer bekommt für ihr
Engagement eine Menge zurück - sie fühlt sich beschützt von den Ordensschwestern
in Kolumbien. Die vielen tausend Kilometer bis nach Bogotá überbrückt die
topfitte ältere Dame ständig: gedanklich mehrmals am Tag, telefonisch mehrmals
die Woche. Bei unserem Gespräch, zu Hause im gemütlichen Wohnzimmer in
Neuostheim, nimmt sie uns mit auf die Reise nach Südamerika, in eine Welt, die
sie sechs Jahre lang ihre Heimat nannte. Einer Welt, die sich "Dritte" nennt,
mit Menschen, die gewaltige Hoffnungen in die zierliche Frau in Deutschland
setzen. Einer Welt, in der Menschenleben nichts wert sind.
"Kolumbien - ein Paradies auf Erden: Die Tier- und Pflanzenwelt ist einfach
wunderschön", schwärmt Irene Roemer mit glänzenden Augen. Die Kehrseite dieser
einzigartigen Naturschätze heißt Brutalität und Gewalt. "Ein Teufelskreislauf",
erklärt sie mit traurigem Unterton, "von Korruption, Rauschgift, Militär,
Guerilla, Mord und Elend." Und Irene Roemer sieht kein Ende: "Aufhören könnte
das Ganze nur, wenn dem Drogenschmuggel die lukrative Grundlage entzogen würde."
Also hoffnungslos?
Von Resignation zeigt die unermüdliche Vereinsvorsitzende trotz allem nicht die
Spur. Obwohl sie gleich nach ihrer Ankunft 1987 in Medellín den "Schock des
Lebens" erfuhr. Den versetzte ihr nicht die Drogenmafia, sondern ein kleiner
Junge. Direkt vor der Haustür. Zusammen mit seinen Geschwistern klingelt er bei
Roemers und bettelt um Brot. Der Kleine möchte außerdem etwas zu trinken. Irene
Roemer gibt ihm ein Glas Milch, der Junge trinkt aus, verdreht die Augen und
fällt rücklings um. Drei Tage nichts gegessen - das Fett der Milch führt zur
Ohnmacht. "Mir war klar, dass den Kindern nicht mit einem Glas Milch zu helfen
ist, sie müssen weg von der Straße!" Irene Roemer schüttelt ihre blonden Haare.
Also verschaffte sich die Hispanistin erst mal einen Überblick: Helfende
Institutionen gab es - aber keine effektive Zusammenarbeit. Dafür setzte sie
sich fortan ein; Irene Roemer bündelte die vorhandenen Kräfte und bat die
deutsche Botschaft um Unterstützung. "Ich wusste ja, wie man so was macht",
erzählt sie mit bescheidenem Lächeln. Nicht umsonst war sie viele Jahre im
Auswärtigen Amt in Rio de Janeiro tätig gewesen. In Brasilien hatte sie auch
ihren späteren Ehemann Peter Roemer kennengelernt. Der Deutsch-Kubaner war vor
Fidel Castro geflüchtet, kehrte mit ihr nach Deutschland zurück und fand über
den Arbeitgeber BASF wieder nach Lateinamerika, eben Kolumbien, wo gerade der
Terror um die Drogenmafia und ihren Boss Pablo Escobar tobte.
Peter Roemer ging zur Arbeit, seiner Frau wurde es nicht langweilig zuhause. Sie
wirbelte unermüdlich. Tatort: direkt vor der Haustür. Ihr Kämpfergeist war
erwacht. Wohin mit den Kindern? Ab in die Schule, denn die gab's sogar in den
Slums. So wagte sich Irene Roemer mitten hinein in die Höhle des Löwen, wo sie
auf die Ordensschwestern traf, die die Kinder unterrichteten. Alle zwei drei
Monate flog Irene Roemer nach Hause und hielt unzählige Vorträge über die
Situation in Kolumbien. Frauenarbeitskreise in Rheinau und Sandhofen waren
bestürzt, zwackten sofort etwas von der spärlichen Rente ab und sammelten.
Später kochten sie Marmelade ein, strickten und häkelten - alles zugunsten der
Kinder. Irene Roemer gelang es, schulische Werkstätten einzurichten, um dem
Nachwuchs eine Ausbildung und Zukunft fern des illegalen Handels zu ermöglichen.
Vor neun Jahren kehrten die Roemers zurück, die Schwestern engagieren sich nun
in Bogotá für die Kinder. Die Hilfe von Irene Roemer und des mittlerweile
gegründeten Vereins zog mit um. Die Erfolgsbilanz klingt beachtlich:
Medizinische Hilfe an Kinderkliniken, finanzielle Unterstützung mehrerer
Kinderhäuser in Bogotá und im ländlichen Bereich - meist in Zusammenarbeit mit
dem Kindermissionswerk der katholischen Kirche. "Die Kleinen sind alle so
reizend", erzählt Irene Roemer lächelnd und wird bei einem der Fotos, die wir
uns ansehen, ganz traurig: "Ihn konnte ich nicht mehr retten." Dafür aber ganz
viele andere, und ihre unermüdliche Kraft reicht sicher noch für viele Kinder.
Freundeskreis "Straßenkinderhilfe Kolumbien", Spendenkonto 19 48 88 1, RV Bank
Frankenthal, BLZ 545 613 10.
© Mannheimer Morgen – 31.12.2002
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